Antonia Dietrich

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Antonia Dietrich als Gräfin La Valette in 'Das Frauenopfer' von Georg Kiesau, Dresden 1923

Antonia Dietrich (8. Januar 1900 Wien - 21. August 1975 Dresden, Grab auf dem Waldfriedhof Weißer Hirsch) war Schauspielerin. Mit 17 Jahren besuchte sie in Wien die Schauspielschule. 1918 hatte sie ihr Debüt in Wien. 1919 suchte das Dresdner Theater eine "Sentimentale". Die Wienerin kam zum Gastspiel und überzeugte in der Rolle des Gretchen. Sie spielte zunächst die jugendlichen Heldinnen, dann auch Charakterrollen: Käthchen von Heilbronn, Amalia in den "Räubern", Klärchen in "Egmont". Immer wieder lobte man ihre feinsinnige, ausdrucksstarke Sprechweise. Später erarbeitete sie sich vor allem große tragische Frauenrollen: die Kriemhild in Hebbels "Nibelungen", Jungfrau von Orleans, Antigone, Stella, Orsina, Lady Macbeth, Sappho und Penthesilea, insgesamt mehr als 200 Rollen. Am höchsten aber begeisterte sie als Iphigenie. Nach der Zerstörung der Stadt, bei der auch ihre eigene Wohnung vernichtet wurde, fand Antonia Dietrich mit Kollegen einen neuen Anfang. In der "Tonhalle" auf der Glacisstraße spielte sie am 10. Juli 45 die Sittha im "Nathan". Claire Zachanassian.

1959 wurde Antonia Ehrenmitglied der Staatstheater Dresden. Ihre letzte große Rolle war die der Jenny Treibel in der gleichnamigen Komödie unter der Regie von Klaus Dieter Kirst im Jahr 1969. Dies bedeutete zugleich ihr 50. Bühnenjubiläum. Die anschließende halbstündige Ovation, aber auch die zahlreichen Pressestimmen zu ihrem Tod sechs Jahre später zeugten von ihrer großen Beliebtheit.

Zu ihrem 40. Bühnenjubiläum wurde der "Antonia-Dietrich-Ring" angefertigt, der bis heute der jeweils Dienstältesten Schauspielerin der Staatstheater übergeben wird. Ringträgerin ist derzeit Ursula Geyer-Hopfe.

Literatur

  • KUMMER, Friedrich, Dresden und seine Theaterwelt, Dresden 1938
  • FIEDLER, Else: Erfülltes, leuchtendes Leben. Erinnerungen an Antonia Dietrich, in: Schauspiel 5/1999/2000, Beilage in PLUSZ 1/2000
  • REICHELT, Johannes: Erlebte Kostbarkeiten, II - Dichter und Mimen; Dresden, 1943
  • KOCH, Marlies: Antonia Dietrich, in: Frauen in Dresden, Dresden 1994
  • Künstler am Dresdner Elbhang Band 1, S. 34
  • KIRST, Klaus Dieter: Guten Tag! Ich bin Antonia Dietrich… Eine Hommage. In: Staatsschauspielhaus Dresden – 100 Jahre Schauspielhaus. 2012. S. 220- 223.
  • EHRLICH, Lothar: Die Unduldsame. Zum 100. Geburtstag von Antonia Dietrich (mit Foto 1959 als Wassa Schelesnowa von J. Landgraf), in: SZ 8.1.2000
  • T.P.: Zum 100. von Antonia Dietrich. 200 Frauenrollen der Weltliteratur, in: DNN 8.1.2000
  • SCHÖNHERR, Nicole: Schauspielerin Antonia Dietrich (1900-1975), in: Amtsblatt 18/2011, S. 3.

Quelle

Staatsschauspiel Dresden, Archiv


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